Interview der Schulradio AG mit einem Holocaust-Überlebenden

Am 27.10.2017 fand im Zuge der Schulradio AG der MSI in Zusammenarbeit mit Anna Andlauer ein Zeitzeugengespräch mit Moniek „Manny“ Drukier statt, nachdem er am Vorabend bereits an einer allgemeinen Gesprächsrunde im Kloster Indersdorf teilnahm. Die Fragen kamen von den Schülerinnen selbst.

Manny Drukier wurde 1928 in Lodz, Polen, in eine jüdische Familie geboren. Da er jüdischen Glaubens ist, musste er als Jugendlicher während des Krieges viele Strapazen erleiden, unter anderem wurde seine Familie umgesiedelt und er war in mehreren Konzentrationslagern, so etwa Buchenwald, inhaftiert. Im Frühjahr 1945 sprang er gemeinsam mit ein paar Freunden im heutigen Tschechien von einem Todeszug nach Mauthausen und fand Hilfe von der Bevölkerung. Nach dem Krieg kam er, wie viele andere Jugendliche in das Kloster Indersdorf, in dem verwaiste Jugendliche nach dem Krieg untergebracht wurden. Drukier verlor im Holocaust seine gesamte Familie.

Drukier wanderte in den späten 1940ern in die USA/Kanada aus und gründete dort ein sehr erfolgreiches Möbel-Unternehmen. Er verfasste 1996 ein Buch zu seiner Lebensgeschichte unter dem Titel „Carved in Stone: A Boy’s Tale“, wofür er jedoch aufgrund mangelnder Nachfrage bei etwa 90 Verlegern anfragen musste, um es veröffentlichen zu können.

In unserem Radiobeitrag können Sie einen etwa 15-minütigen Ausschnitt aus dem Interview nachhören. Das Interview wurde geführt von Dilara Mendil und Shoawna Spahn (beide 9dM).