„Demokratie (er)leben“ heißt: „demokratisch sein“

Die Mittelschule Markt Indersdorf hat ein Projekt rund um das Thema „Demokratie“ ins Leben gerufen als klares Zeichen gegen den immer stärker aufkeimenden Rechtsextremismus in Deutschland. Spätestens seit den ersten beiden Aktionstagen rund um „Demokratie (er)leben“ wissen alle, dass die Mittelschule Markt Indersdorf eine „Schule mit Courage“ und eine „Schule der Vielfalt“ ist.

Auch Bürgermeister Franz Obesser wirkte am ersten Aktionstag persönlich mit, weil er diese Präventionsarbeit der Schule und die Tatsache, dass man hier den Bildungsauftrag nicht nur auf Lehrplaninhalte beschränkt, nach Kräften unterstützen will. Außerdem „ist es mir ein wichtiges Anliegen, schon die Kinder dafür zu interessieren, sich in der Gesellschaft einzubringen, nicht wegzuschauen und nicht unreflektiert Meinungen zu übernehmen“, betonte der Bürgermeister.

In der Aktion „Ich will mitmachen, aber wie?“ erfragten sich Indersdorfer Mittelschüler am Beispiel des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ wie Demokratie funktionieren kann.

In zwei bunt gemischten Gruppen aus allen Jahrgangsstufen wurde hier erarbeitet, welche Möglichkeiten auch Kinder und Jugendliche haben, Demokratie tatsächlich zu ER-LEBEN.

Zunächst einmal ging es nur um das Volksbegehren selbst, bei dem man durchaus geteilter Meinung sein kann und bei dem nicht alle Pressemeldungen zu hundert Prozent wahr waren.

Der Kämmerer der Marktgemeinde, Philipp Blumenschein, selbst seit vielen Jahren begeisterter Hobby-Imker, hatte für die Jugendlichen viele interessante und neue Informationen und er hatte eine Menge Fragen zu beantworten. Ergebnis: „des ham mir so gar ned ois g’wusst“ stellte beispielswiese Florian aus der 7. Klasse fest und die Kinder sortierten am Schluss sehr sicher die „Fake-News“ aus exemplarisch vorgestellten Filmen und Beiträgen heraus.

Der Nachmittagsgruppe erklärte der Bürgermeister, was Demokratie bedeutet, wie sie funktioniert und welche Möglichkeiten alle haben, um aktiv mitzumachen.

Trockene Theorie mit Spaß verstehen – an diesem Nachmittag kein Problem. „Das ist ja voll kompliziert“ kommentierten die Schülerinnen und Schüler zunächst die Grafiken und Bilder, die der Bürgermeister präsentierte. Aber dann hatten sie Spaß daran, Wünsche zu äußern, Vorschläge zu machen, zu diskutieren und abzuwägen. Ob es zukünftig doch noch Chips in der Mensa gibt, oder ob die „Bröselware“ weiterhin tabu bleibt, muss sich allerdings noch herausstellen.

Ein Beispiel zur demokratischen Mitsprache kannten die Jugendlichen zum Teil aus eigener Erfahrung: die Jungbürgerversammlung. Denn einige waren schon dabei und nickten eifrig, als der Bürgermeister veranschaulichte, dass hier jeder seine Ideen, Kritik oder Probleme vorbringen kann und dass „wir dann sehr genau prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, möglichste viele von euren Vorschlägen umzusetzen, so Obesser. In der jüngsten Bürgerersammlung hatten beispielsweise Mittelschüler aus dem U2 kritisiert dass es in ihren Klassenzimmern seit einigen Jahren im Winter furchtbar kalt sei. Es gab schnell einen Ortstermin mit dem Ergebnis: in diesem Winter konnten die Kinder wieder in warmen Räumen lernen.

Demokratie (er)leben – die Indersdorfer Mittelschüler bleiben dran, denn „ihr könnt und sollt mit reden, denn letztendlich geht es um eure Zukunft.“